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Jahrgangsmischung

Jahrgangsmischung

Die Kinder der Grundschule lernen in vier jahrgangsgemischten Stammgruppen, die jeweils aus ungefähr acht Kindern des ersten bis vierten Jahrganges bestehen. Die Idee hinter der Lernstruktur ist das kompetenzorientierte Lernen. Die Lerninhalte des Grundschullehrplans wurden dafür in sogenannten Kompetenzrastern zusammengefasst.

In ihnen sind die erlernbaren Kompetenzen nach Fachbereichen (Fächer) und Niveaustufen (1-3) aufgeschlüsselt. Ziel für die Lernenden ist es, im Laufe der Grundschulzeit möglichst alle im Kompetenzraster verzeichneten Kompetenzen in guter Qualität zu erwerben. Dabei ist es unerheblich, zu welchem Zeitpunkt und auf welchem Weg die Kompetenz erworben wird. Als „Beweis“ für den Erwerb einer Kompetenz dient der sogenannte Kompetenznachweis. Dieser kann auf unterschiedlichen Wegen erbracht werden.

Die Lernenden präsentieren Arbeitsergebnisse in Vorträgen oder Kolloquien oder absolvieren mündliche oder schriftliche Selbsttests. Den aktuellen Stand erreichter Kompetenzen verzeichnen die Kinder im sogenannten Portfolio – einer „Schatzkiste“ eigenen Könnens. Im Portfolio werden erreichte Ziele, spannende Lernerfahrungen und persönlich-biografische Entwicklungsschritte in Wort und Bild gesammelt und dokumentiert. In den eigens vorhandenen Kompetenzrastern werden die erreichten Kompetenzen gekennzeichnet. Der Kompetenzzuwachs wird dadurch eindrucksvoll sichtbar gemacht.

Grundlage des Jahrgangsübergreifenden Lernens (JüL) ist der Offene Unterricht. Dabei wird im Gegensatz zum lehrerzentrierten Unterricht das Lernen zu großen Teilen in die Verantwortung der Lernenden gegeben. Pädagogen verstehen sich dann als Ermöglicher und Begleiter des Lernprozesses der Kinder. Die Lernenden entscheiden eigenständig über Inhalte, Wege, Orte, Dauer und Sozialform ihres Lernprozesses. Sie orientieren sich dabei an den von ihnen geführten Portfolios und Kompetenzrastern.

In der Grundschule sind die Fachbereiche Mathematik, Sachunterricht und Deutsch vollständig, Englisch, Musik, Religion und Kunst teilweise in den Offenen Unterricht integriert. Dabei lässt diese Lernform eine enge und lebensnahe Vernetzung aller Fachbereiche in Form von Projekten zu. Offener Unterricht findet an mindestens drei bis vier Tagen der Woche statt und wird durch ein bis zwei Fachtage ergänzt. Das Unterrichtsprogramm wird durch das offene Kurssystem am Nachmittag ergänzt, in dem die Kinder ihre Kompetenzen im handwerklichen, künstlerisch- kreativen, sportlichen und musikalischen Bereich ergänzen und entwickeln.

Im Jahrgangsübergreifenden Lernen erleben wir uns als Lerngemeinschaft, in der das Alter der Lernenden in den Hintergrund rückt. Jüngere und ältere Kinder entdecken in selbstgewählten Lernsettings mit großer Freude und Enthusiasmus die Welt und bereichern uns und sich selbst mit außergewöhnlichen Lernerfahrungen. Gemeinsam haben wir die Erfahrung gemacht, dass uns in dieser Lernform wesentlich mehr Zeit für individuelle Unterstützung und Herausforderung zur Verfügung steht, da wir den Kindern die Verantwortung für ihren Lernprozess zutrauen und in die Hand geben. Dadurch entsteht in den Stammgruppen eine durch Kinder wie Erwachsene geprägte und entwickelte Lern- und Lebenskultur, in der wir nun die Kinder des neuen ersten Jahrganges begrüßen können.